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Tosca

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Hin und wieder erreicht man im Leben einen Punkt, an dem man einfach loslassen, sich abwenden und etwas zumindest temporär hinter sich lassen muss, um sich nicht die Chance zu verbauen, irgendwann einmal an das anknüpfen zu können, was war. Man muss dann zunächst andere Wege beschreiten, andere Erfahrungen sammeln, Neues ausprobieren, um schließlich das, was man zurückgelassen hat, wieder mit neuen Augen sehen zu können. Eine derartige Rückkehr zu den Wurzeln, ein neuer Blickwinkel auf die eigene Vergangenheit – das ist der zentrale Ansatz und die Essenz von „Going Going Going“, dem neuen Album, mit dem sich Richard Dorfmeister und Rupert Huber im Februar 2017 als TOSCA
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Seit über zwei Jahrzehnten und vielen, vielen Alben ist TOSCA ein gemeinsames Ventil für die zwei Österreicher: Eine Konstellation, die es ihnen erlaubt, ganz persönliche Stimmungen und Eindrücke musikalisch auszudrücken, weshalb jede der bisherigen Veröffentlichungen ihre Gefühlswelt zum jeweiligen Zeitpunkt widerspiegelt. Nach insgesamt 10 Alben jedoch schließt sich für die beiden nun der Kreis, denn sie kehren auf dem neuen Album zu jenen Instrumental-Welten zurück – Beats, Bässe, in Dub getränkte Texturen –, für die der Name TOSCA schon immer stand.
„Es fühlt sich einfach richtig gut an, zu unserem ursprünglichen Sound zurückzukehren“, sagt Rupert Huber über die neue LP. „Nachdem wir auf dem letzten Album („Outta Here“ aus dem Jahr 2014) mehr mit Songstrukturen und Gesangsgästen experimentiert haben, dachten wir über den logischen nächsten Schritt nach – und da fiel uns auf, dass unsere eigentliche Stärke gerade in den Wurzeln von TOSCA liegt: Wir mussten bloß ein Update zu diesem Sound kreieren. Ein Update, das im Jahr 2017 funktioniert.“
Das Resultat hört auf den Namen „Going Going Going“: Ein Album, das Fans von TOSCA zwar sofort als solches erkennen werden, obwohl sie keineswegs bloß alte Ideen ausschlachten. Das zeigen sie schon mit dem grandiosen Eröffnungstrack „Import Export“, der eher so klingt, als ob Lee Scratch Perry eine Soundtrack-Komposition von Ennio Morricone interpretieren würde. Ein Sound übrigens, der sich wie ein roter Faden durch das neue Album zieht – und im Fall von „Dr. Dings“ wohl am deutlichsten aufflackert, ihrer Interpretation des Klassikers „A Horse With No Name“ von der Band America.
Was dieses Album mit den bisherigen Höhepunkten ihrer Karriere gemeinsam hat, ist die Tatsache, dass „Going Going Going“ in keine Schublade passt: Mal ist es Uneasy Listening-Sound („Hausner“), dann wieder klingen House-Elemente an („Wotan“), mal Ambient Electronica („Olympia“), dann eher Funk („Loveboat“) oder noch ganz andere Genres. Diese Vielzahl an Ideen, Stilen und Einflüssen verweben die beiden Pioniere zu einem komplexen und dabei doch absolut kohärenten Album, das an Altes anknüpft, ohne „retro“ zu sein – und das mit viel Selbstbewusstsein tut. „Going Going Going“ erscheint am 10. Februar – und darf schon jetzt als weiterer Meilenstein ihrer Karriere gelten.

 

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